Von der Finanzkrise 2008 zur Wirtschaftskrise 2009
Als im Jahr 2007 die Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten ihren Höhepunkt erreichte, ahnten die kühnsten Analysten kaum, welche Kreise der Strudel aus horrenden Immobilienpreisen, ausufernden Hypotheken und letztlich ungedeckten Krediten ziehen sollte. Denn die so genannten „faulen“ Kredite wurden als lukrative Anlagemöglichkeit in alle Welt verkauft. Waren es zunächst nur die Hypothekenbanken, die SOS funkten, so folgten recht bald namhafte Kredithäuser wie Fanny Mae, Bear Stearns oder Hypo Real Estate.
Die Finanzwelt verlor das Vertrauen in ihr sonst so zuverlässiges System aus Geldvergabe und Kreditaufnahme. Fehlende Darlehensbereitschaft untereinander brachte viele Banken an den Rand der Liquidität, sodass etliche Staaten mit Milliardenhilfen ihren Kreditinstituten unter die Arme greifen mussten. Die Folge war eine der größten Finanzkrisen der letzten Jahrzehnte.
Schnell zerschlug sich die Hoffnung, die Krise möge sich allein auf die Finanzwelt beschränken. Selbst kaum zahlungsfähig, waren viele Banken nur höchst eingeschränkt in der Lage, den Wirtschaftsunternehmen dringend benötigte Kredite zu gewähren. So war man auch in der Wirtschaft bestrebt, das Geld zusammen zu halten. Geplante Investitionen wurden nach hinten verschoben oder ganz gestrichen. Dementsprechend sank die weltweite Güternachfrage. Viele Unternehmen reagierten auf die sinkende Nachfrage mit Kurzarbeit. Einbußen bei dem Gehalt und die Angst um den eigenen Arbeitsplatz senkte jedoch auch die Kauflust der Menschen, was die Absatzmöglichkeiten für Produktionsgüter noch weiter einschränkte.
Die Auswirkungen dieser Spirale bekommen heute nahezu alle großen Volkswirtschaften zu spüren, vielerorts schlägt bereits die Rezession voll zu Buche. Ob die USA, Japan oder Deutschland – die Wirtschaftskrise 2009 ist längst ein globales Problem geworden. Die Regierungen der betroffenen Staaten versuchen der Probleme mithilfe eines massiven Krisenmanagements Herr zu werden. Milliardenpakete sollen die Finanzkraft der Banken stärken und die Wirtschaft ankurbeln. Die massive Neuverschuldung der Staatshaushalte ist die Kehrseite dieser regulierenden Wirtschaftspolitik. Bereits heute ist absehbar, dass etliche europäische Länder in den kommenden Jahren die Regeln des EU-Stabilitätspaktes nicht einhalten können. Einige Wirtschaftsexperten sehen die Talsohle bereits durchschritten. Bis zur Gesundung der Weltwirtschaft ist es jedoch noch ein weiter Weg.
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